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Monochord
Instrumente: Bauformen, Modelle
„Ich
höre zuweilen, wenn ich in der Dämmerung,
einsam, dem wehenden Atem des
Westwindes entgegengehe,
und
besonders wenn ich dann die Augen schließe, ganze Konzerte, von
der zärtlichsten Flöte bis zum rauschenden Contra-Violon.
So
entsinne ich mich besonders, daß ich einmal als Knabe von neun
Jahren, als
ich gegen den Rhein und gegen den Abendwind zugleich hinaufging, und
so die Wellen der Luft und des Wassers zugleich mich umtönten, ein
schmelzendes Adagio gehört habe,
mit
allem Zauber der Musik, mit allen melodischen Wendungen und der ganzen
begleitenden Harmonie.
Es
war wie die Wirkung eines Orchesters . . . ja ich glaube
sogar, daß alles,
was die Weisen Griechenlands von
der Harmonie der Sphären
dichteten, nichts
Weicheres, Schöneres, Himmlischeres gewesen sei als diese seltsame Träumerei.
Und
dieses Konzert kann ich mir, ohne Kapelle, wiederholen, sooft ich
will –
aber sobald ein Gedanke daran sich regt,
gleich ist alles fort, wie
weggezaubert . . . Melodie, Harmonie, Klang, kurz die ganze Sphärenmusik.“
Heinrich
von Kleist (zitiert nach Allgewalt Musik, Hrsg. H.Barth)
Der
Begriff "Monochord"
Der Begriff
"Monochord" bedeutet ursprünglich "Ein-Saiter" (mono = eins
und chord = Saite)
Heutige Monochorde
jedoch haben nicht eine einzige sondern immer viele Saiten, etwa 20 bis 50
Saiten je Spielfläche,
wobei prinzipiell alle Monochordsaiten auf ein und die selbe Tonhöhe gestimmt sind (Ausnahmen bestätigen die
Regel).
Eine benachbarte
Instrumentengruppe wären also z.B. Zithern oder Hackbretter deren Saiten im
Gegensatz zu Monochorden auf die vielen unterschiedlichen Tonhöhen einer
Tonleiter gestimmt sind.
Heutzutage steht das
Wort Monochord zunächst für die gesamte Instrumentenfamilie,
die aus sehr vielen
Bauformen, musikalisch wie therapeutisch unterschiedlichen Absichten und vielen
Besaitungsvarianten besteht.
Ein
"Monochord" kann also vieles sein: eine Klanliege oder Monochord-Liege, oder eine
Klangwiege, Klangstuhl, Klangwelle, sogar eine Klangröhre oder eine mannshohe
Klangsäule, ein kleines Monochord, ein Bass-Monochord, ein
Behandlungsmonochord, Therapie-Monochord, Ton Transfer Monochord (nach Anette
Cramer), Auflege-Monochord usw., usw.
Liegemonochord
(oder auch Klangbett genannt) aus der oder auch Somachord-Werkstatt Hans Peter Klein:
2m lang X 60cm breit
. . . die Saiten
auf der Unterseite werden gespielt
Monochorde
gibt es in verschiedenen Bauformen
Die "kleinen"
Monocorde gibt es in den verschiedensten
Variationen:
Korpusglängen
von 60 bis 130cm und in verschiedensten Breiten (30cm bis 50cm) und Höhen
(10 - 20cm),
Erweiterungen
zu "Koto" und /oder "Tambura" (waagerecht)
oder
als Körpermonochord bzw. Auflegemonochord (waagerecht) zum Auflegen auf den
liegenden Klanggast
oder
als senkrecht stehende Ausführung, manchmal als Klangbaum bezeichnet

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Monochord, zweiflächig
besaitet,
hier
als Koto mit 13 Spielstegen und einem Tamburasteg,
24cm
breit X 8cm hoch,
80,
100 oder 130cm lang
beide:
Monochordwerkstatt Jan Dosch
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Körpermonochord:
auch
Behandlungsmonochord oder Therapie-Monochord, genannt,
gewölbte
Unterseite zum Auflegen auf den liegenden Klanggast,
90cm
lang
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Die
"großen" Monochorde - oft auch als "Klangmöbel"
bezeichnet - gibt es als:
Klangliege (andere Bezeichnungen: Klangbett, Liegemonochord, Monochord-Liege,
Schwingungsliege, Klangbett, Harfenliege,
Somachord
®, Chromatochord
®, usw.)
Klangwiege
Klangstuhl, Klangsessel, Klang-Schaukelsitz
Klangwelle
Klangröhre

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Klang-Wiege
oder Klang-Liege (Jan Dosch musiqx.de):
2m lang x 75cm breit, konkave Liege- fläche, 2 schräge Spielflächen mit jeweils
32 (oder bis zu je 40) Saiten
Auch
als Klangliege lieferbar:
Im Bild oben sind die Zentralfüße als Wiege konstruiert, sie sind auch zur
statischen Klangliege umrüstbar
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Klangstuhl
(Boehme music):
140 x 60 x 80cm,
mit 60 Saiten |
Klangwelle
(boehmemusic.com oder nepal-importe.de):
190cm lang x 66 breit x 62 hoch.
Auf der hier sichtbaren
Spielfläche ein Bass-Monochord mit 40 Saiten,
auf
der Rückfläche ist eine Bass-Schlitztrommel mit
4 Zungen |
Monochord-Saiten
in vielen Variationen
Zudem
bietet jeder Monochordbauer seine Klanginstrumente mit anderen Saitentypen an:
Saitendurchmesser
= Tonhöhe bzw. stimmbarer Tonhöhenbereich
Saitenwicklung
(blanke Saiten, umsponnene Saiten) =
unterschiedliche Klangfarben
Saitenmaterial (Stahldraht, Phosphorbronze, Messing oder Nylonsaiten) =
unterschiedliche Klangfarben
ganz zu schweigen von verschiedenen Saitenherstellern
Und jeder kombiniert die Plazierung seiner Monochordsaiten anders:
durchgehend alle Saiten mit gleichem Durchmesser = alle gleiche Tonhöhe
oder 2 bis 4 Saiten-Gruppen aus verschiedenen Durchmessern = verschieden
Tonhöhen
oder eine rhythmische Besaitung: z.B jede 5 Saite mit anderem Durchmesser (oder
z.B. jede 5 Saite umsponnen statt blank)
Monochorde
gibt es in vielen Holzsorten . . . .
Sperrholz, Hartholz oder Massivholz. Fichte, Oregon, Ahorn, Kirsche, Mahagoni,
Wenge . . .
Monochorde
bauen die unterschiedlichsten Hersteller:
Kreativität ohne Normen
Das Wissen
und Können der verschiedenen Monochord- und Klangliegenbauer in den Fachbereichen Holzbau,
Obertöne, Saitentechnik ist nicht zu 95% genormt wie z.B im Klavierbau, sondern hat grundlegend unterschiedliche
Niveaus; schon
hier trennen sich die Wege auf sehr kreative Weise in unterschiedliche
Qualitätsvorstellungen und individuelle Instrumentenvisionen.
Sogar äußerlich gleiche Monokorde (Länge, Breite, Besaitung) baut jeder
Instrumentenbauer anders mit einem anderen Innenleben: unterschiedlich
abgelagertes Holz, verschiedene Holzsorten, Holzdicken, Holztechnik, Liebe zum
Detail, usw.
Fertige
Monochorde kaufen oder im Baukurs selber bauen
Man kann entweder ein Monochord kaufen oder selber ein Monochord bauen in
einem sogenannten "Baukurs" unter fachkundiger Anleitung in der
Instrumentenwerkstatt
eines Herstellers. Mit einem Monochordbausatz der bereits entsprechend den
Detailwünschen des Kunden vorbereitet ist. Bei einigen Herstellern
kann man in ihren Baukursen sogar Klangliegen selber
bauen.
Monochorde
hört jeder anders
Mit
Gitarren, Klavieren, etc gibt es eine kollektive Hörerfahrung, deswegen
haben auch "Laien" eine sehr konkrete Vorstellung welchen
Klang sie sich in Form eines Instrumentes anschaffen.
Bei Monochorden
fehlt diese allgemeine Hörgewohnheit. Eine fehlende Hörerfahrung
des Monocord-Käufers kann durch die Beratung des Herstellers oder Händlers
meistens
nicht wirklich ersetzt werden. Unter anderem weil beide nicht genügend
Zeit haben, oder weil der Händler meistens kein Musikpädagoge ist
sondern vielleicht unter Verkaufsdruck steht, weil es in einem
Ladengeschäft meistens an Stille
&
Zeit fehlt um ein Gehör
individuell zu öffnen, usw. So werden viele Monochorde und Liegemonochorde sozusagen "blind" gekauft.
In
meinem Monochordunterricht biete ich hersteller-unabhängige Orientierung
Ich
selbst baue &
verkaufe keine Klanginstrumente, sondern biete hersteller~unabhängigen Unterricht.
Das
ganze Monochord-Thema, verschiedene Instrumenten-Möglichkeiten, die Klänge
erst einmal hören, fühlen, kennenlernen.
Bevor
man vielleicht irgendwann, irgendwo, ein kleines Monocord oder ein großes
Klangmöbel (Klangliege, Klangwelle, Klangstuhl) kauft oder baut.
Hier einige Schnappschüsse
aus dem Klangliegen- &
Monochordseminar 2009:

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ganz links jede
Menge Klangschalen von Peter Hess
links hellbraun im Sonnenschein: eine
mobile Klangliege von
Ingo Boehme
rechts daneben eine Klangwelle
von Boehme (leider nur als hellbrauner viereckiger
"Würfel" von der Stirnseite her sichtbar)
rechts daneben auf einem Keyboardständer ein (liegendes) Monochord
von Albert Mann
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linkes Bild: vorne 2 (rotbraune, liegende) Monochorde
von Albert Mann auf
Keyboardständern
linkes Bild: links dahinter eine
Somachord von Hans Peter Klein
(mit aufgelegter blauer Decke und dunkelbraunen Füßen)
linkes Bild: dahinter (hellbraun) ein Klangstuhl von
boehmemusic
linkes Bild: ganz hinten links hinter dem Klangstuhl eine (hellbraune) Klapp-Klangliege
von Linhuber (auf den beiden rechten Bilder im
Gegenlicht)
linkes Bild: ganz hinten rechts eine umgelegte
Klangwiege von Allton
(das auf dem Boden
liegende Halbrund)
linkes Bild: rechts hinten 2 (stehende) Monochorde
von Jan Dosch

linkes Bild: vorne in der Mitte eine Klangliege
von Boehme (von der
Stirnseite fotografiert)
linkes Bild: auf dieser Klangliege liegen 2 kleine flache
Körperklangmonochorde von Linhuber
dahinter ovales
Behandlungsmonochord
von Boehme
linkes Bild: Bildmitte
hinter der Klangliege 5 stehende ein- oder zweiflächig besaitete Monochorde
und ein Bassmonochord
rechtes Bild: eine
umgelegte Klangwiege und
2 stehende Monochorde
(Boehme und holzklangundco)

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links nochmal die
Klangliege
aus der Raummitte und auf ihr liegend das ovale Körpermonochord
von Boehme
in der Mitte auf der gelben Massageliege ~ leider optisch kaum zu erkennen ~ ein
(liegendes) Ton-Transfer-Monochord
von Jan Dosch
und daneben noch ein (liegendes) Monocord
rechts lächeln uns zwei Seminarteilnehmerinnen entgegen und ganz hinten an der Wand
hängen einige goldene Feng-Gongs von Peter Hess
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